Wandern mit Baby und Kleinkind

Viele frisch gebackene Eltern möchten ihrem liebsten Hobby, dem Wandern, auch nach der Geburt ihres Kindes weiter nachgehen. Mit ein paar Vorbereitungen und der richtigen Ausrüstung ist das auch kein Problem und macht mindestens genauso viel Spaß, wie ohne Baby.
Für Kinder ist Wandern eine sehr gute Beschäftigung. Wenn du die Wanderung so planst, dass ihr an interessanten Stellen, wie zum Beispiel einer Burgruine, einem schönen Spielplatz oder einem Badesee, vorbei kommt, haben die Kleinen Abwechslung und sind an der frischen Luft. Solange der Nachwuchs noch nicht selber längere Strecken laufen kann, muss er getragen oder im Kinderwagen geschoben werden.

In diesem Artikel möchten wir die verschiedenen Möglichkeiten des sicheren und bequemen Transports deines Kindes auf Wanderungen vorstellen und näher betrachten.

Ein paar Tipps vorweg

Lass es langsam angehen! Deine gewohnten Touren wirst du mit Baby erstmal nicht mehr machen können. Fange mit kleinen und leichten Touren an, die eher einem Spaziergang ähneln und keine großen Höhenunterschiede aufweisen. Beachte auch, dass du mit Baby mehr Zeit einplanen musst, als ohne. Taste dich am besten langsam heran und sammel deine eigenen Erfahrungen.
Abhängig vom gewählten Transportmittel – Tragetuch, Trage, Kraxe oder Kinderwagen – kannst du dir eine passende Strecke heraussuchen. Beim Wandern mit Kinderwagen oder Buggy müssen alle Wege durchgängig damit befahrbar sein. Wenn du mit Trage bzw. Tragetuch wanderst, bedenke, dass du, wenn du dein Kind vor dem Bauch trägst, nicht immer gut genug sehen kannst, wo du hin trittst. Das sicherste Transportmittel bei bergigem Gelände ist die Kraxe (Rückentrage).

Wandern mit Kinderwagen / Buggy

Im Kinderwagen oder Buggy hat es der Nachwuchs am bequemsten und ist am besten vor Wind und Wetter geschützt. Bei der Auswahl der Wegstrecke kommen allerdings nur solche Strecken in Frage, die auch durchgängig mit Kinderwagen befahrbar sind. Die Wege dürfen nicht zu schmal und der Untergrund nicht zu uneben sein. Am besten geeignet für Feld- und Waldwege sind dreirädrige Buggys mit Luftreifen. Die Luftreifen sorgen am besten für eine gute Federung und mit nur einem Vorderrad lässt sich der Buggy in unwegsamem Gelände leichter lenken. Auch das Fahrgestell des Kinderwagens sollte mit einer Federung ausgestattet sein, um Stöße gut abzufangen.
Buggys haben den Vorteil, dass Sie zusammenklappbar sind und sich gut im Auto verstauen lassen und während der Wanderung auch mal getragen werden können, wenn der oder die Kleine auf eigenen Beinen unterwegs ist.
Von nicht zu unterschätzendem Vorteil ist ein Kinderwagen oder Buggy mit Liegefunktion, so dass sich dein Kind auch mal ausstrecken und die Augen zumachen kann, wenn es müde ist.

Wandern mit Tragetuch

Ein Tragetuch eignet sich besonders für kleine Babies, kann aber gut bis zu einem Alter von ca. 24 Monaten getragen werden. Du kannst es entweder vor dem Bauch oder auf dem Rücken tragen. An das Anlegen des ungefähr 5 m langen und mindestens 50 cm breiten Tragetuchs muss man sich erstmal gewöhnen, da es nicht gerade unkompliziert ist und etwas Zeit in Anspruch nimmt. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Es gibt verschiedene Wickeltechniken, die man erlernen kann.

Ein Tragetuch fördert die Bindung zwischen dir und deinem Baby. Babies fühlen sich in einem Tragetuch besonders geborgen und beschützt.
Mit einem Tragetuch hast du und dein Baby auf alle Fälle während der Wanderung den engsten Körperkontakt, was im Sommer allerdings auch mal etwas warm werden kann. 😉 Ein Vorteil des Tragetuchs ist die Wendigkeit und Bewegungsfreiheit. So bleibt man mit Tragetuch wendig und passt fast überall durch. Ein Schutz vor Regen und Sonne bietet ein Tragetuch nicht.
Da das Tragetuch ungebunden recht groß ist, kann es leicht vorkommen, dass beim Neuanlegen nach einer Pause das ein oder andere Ende ungewollt den Boden berührt und dabei nass oder dreckig werden kann. Zum Glück lassen sich die Tragetücher in der Waschmaschine waschen.

Wandern mit Babytrage

Ungefähr ab dem 5. Monat, wenn die Nacken-Muskulatur deines Babys kräftig genug ist, empfiehlt sich eine Babytrage für´s Wandern. Die Anwendung ist um einiges leichter als beim Tragetuch. Die Babytragen gibt es zum Tragen vor dem Bauch und auf dem Rücken. Wenn dein Kind größer und schwerer geworden ist, ist das Tragen auf dem Rücken um einiges angenehmer, da die Belastung für dich so kleiner ist und du mehr Armfreiheit hast.
Ebenso wie beim Tragetuch hast du bei der Babytrage einen engen Körperkontakt zu deinem Kind. Dies ist ein positiver Aspekt, da sich dein Kind sicher und geborgen fühlt, wenn es deine Körperwärme und Nähe spürt. An warmen Tagen und bei anstrengenden Abschnitten kann der enge Kontakt aber auch dazu führen, dass nicht nur deine Kleidung, sondern auch die deines Kindes durchgeschwitzt ist. Aus diesem Grund dran denken, immer Wechselkleidung für dein Baby dabei zu haben.

Wichtig ist, dass die Babytrage über eine gute und weiche Polsterung der Gurte verfügt und nicht einschneidet. Auch sollten die Längen von Schulter- und Hüftgurten verstellbar sein, damit man sich mit seinem Partner beim Tragen auch mal abwechseln kann.

Wandern mit Kraxe (Rückentrage)

Wenn aus deinem Baby ein Kleinkind geworden ist und es ihm in der Babytrage zu eng und unbequem wird, ist der Zeitpunkt gekommen, um auf eine sogenannte Kraxe umzusteigen. Eine Kraxe ist eine etwas größere und leider auch sperrigere Rückentrage, die sich wie ein ganz normaler Rucksack tragen lässt. Im Normalfall hat die Kraxe einen Ständer und lässt sich am Boden abstellen. So wird ein leichtes Ein- und Aussteigen ermöglicht. Im Vergleich zur Babytrage hat dein Kind hier eine größere Bewegungsfreiheit und eine bessere Sicht. Die meisten Hersteller bieten zusätzlich einen Sonnen- und Regenschutz als Aufsatz an, der sehr sinnvoll ist.

Fazit

Bei richtiger Vorbereitung und Ausrüstung macht das Wandern mit Baby Spaß und hält die ganze Familie fit.

Solange dein Sprössling noch zu klein ist, um mit dem Kindermotorrad neben dir her zu fahren, sind Tragetuch, Trage und Buggy die geeigneteren Transportmittel.😉 Für den Anfang genügen kurze und leichte Strecken mit wenig Höhenunterschied. Plane unbedingt mehr Zeit ein, ruhig doppelt so viel, wie ohne Kind. Pausen sind wichtig für deinen Zwerg und wenn er etwas größer ist, will er ja auch mal eine kleine Strecke selber laufen und die Welt „erobern“.

Viel Spaß beim Wandern!

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